Burgenland

Verdächtiger im Fall der zwei toten Flüchtlinge von Siegendorf wurde festgenommen

Schlepperkriminalität
Eine erfolgreiche internationale polizeiliche Zusammenarbeit führte nunmehr zur Festnahme des mutmaßlichen Schleppers in Lettland, der verdächtig ist, im Oktober 2021 das Fahrzeug gelenkt zu haben, in dem zwei syrische Flüchtlinge ums Leben gekommen sind.

Am 19. Oktober 2021 kam es zu einer Schleppung von 29 Migrant:innen an der grünen Grenze in Siegendorf, Bezirk Eisenstadt-Umgebung. Nach Anhaltung durch eine Patrouille von Soldaten des Österreichischen Bundesheeres, flüchtete der Lenker in zunächst unbekannter Richtung. Zwei der syrischen Flüchtlinge konnten damals nur noch tot geborgen werden.
Eine Alarmfahndung – auch grenzüberschreitend in Ungarn – wurde unmittelbar danach eingeleitet, blieb aber vorerst erfolglos. Gleichzeitig setzten umfangreiche Erhebungen durch Beamt:innen des Landeskriminalamtes Burgenland ein. Von Beginn an wurden diese Erhebungen auch international geführt, insbesondere in Kooperation mit der Polizei in Ungarn.
Die Ermittlungen konzentrierten sich sehr bald auf eine international agierende kriminelle Vereinigung, die umfangreiche Schleppungen von überwiegend afghanischen und syrischen Migrant:innen nach Österreich durchgeführt hat.
In den darauffolgenden Wochen gelang es den LKA-Ermittlern, insgesamt 12 Schlepper in Österreich und weitere acht in Ungarn auszuforschen und festzunehmen. Dabei waren neben den Kriminalist:innen des LKA auch Beamt:innen der Bezirke Eisenstadt und Oberpullendorf und des Einsatzkommandos Cobra beteiligt. Die mutmaßlichen Schlepper befinden sich in Untersuchungshaft.
Durch akribische kriminalistische Arbeit kamen die Ermittler in weiterer Folge auch auf die Spur des flüchtigen Lenkers der Schleppung von Siegendorf.
Als Verdächtiger wurde ein 19jähriger lettischer Staatsbürger ermittelt, dem aber mittlerweile die Flucht in sein Heimatland geglückt war. Daraufhin wurde seitens der Staatsanwaltschaft Eisenstadt ein Europäischer Haftbefehl erlassen.
Am 22. November 2021 übernahmen die Zielfahnder des Bundeskriminalamtes auf Ersuchen des Landeskriminalamtes Burgenland die internationalen Fahndungsmaßnahmen nach dem gesuchten lettischen Staatsangehörigen.
Sofort wurde mit der lettischen Zielfahndungseinheit, kurz FAST Lettland, Kontakt aufgenommen. Nach 17 Tagen intensiv geführter operativen Maßnahmen konnte der Gesuchte am 8. Dezember 2021 in Ogre/Lettland lokalisiert und von den lettischen Behörden festgenommen werden.
Er war vom Zugriff und der Festnahme auf offener Straße vollkommen überrascht. Der Tatverdächtige befindet sich derzeit in Übergabehaft.
Innenminister Mag. Gerhard Karner dankte den Zielfahndern: “Durch dieses engmaschige Netzwerk der Sicherheitsbehörden und die gute internationale Zusammenarbeit der Polizei kann sich kein Täter auf der Flucht sicher fühlen. Die Zielfahnder sind ein Aushängeschild der österreichischen Polizei und genießen international höchstes Ansehen”, so Gerhard Karner.

Allgemeine Informationen über die BK-Zielfahndung

Im Bundeskriminalamt gibt es seit 2003 eine eigene Zielfahndungseinheit, die seit 2010 als FAST-Austria Teil des Europäischen Zielfahndungsnetzwerkes (ENFAST) ist. Seit der Gründung konnten die Fahnder bereits 272 Zielpersonen festnehmen. Neben dem Ausforschen und der Festnahme von international gesuchten Straftätern ist auch die Rückführung der Festgenommenen, um sie vor ein österreichisches Gericht zu bringen, von besonderer Bedeutung. Die Zielfahndung des Bundeskriminalamtes ist auch wesentlich am fortlaufenden Ausbau des weltweiten Zielfahndungsnetzwerkes sowie an der inhaltlichen Weiterentwicklung beteiligt.

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