Steiermark

Arabische Schriftzeichen: Tatverdächtiger festgenommen

Graz
Graz, Innere Stadt. – Nach dem Anbringen mehrerer arabischer Schriftzeichen in der Grazer Innenstadt nahmen Polizisten einen 22-jährigen Syrer fest. Er steht im Verdacht, aus religiöser Überzeugung Fassaden und ein Denkmal mit Graffitis besprüht zu haben. Das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) ermittelt.

Bereits Montagabend, 17. Mai 2021, verunstaltete ein vorerst Unbekannter gegen 21.30 Uhr mehrere Fassaden und ein Denkmal in der Grazer Innenstadt. Dabei besprühte er Fassaden am Opernring und in der Herrengasse sowie den Sockel der Mariensäule am Eisernen Tor mit einschlägigen Schriftzeichen, welche überwiegend aus religiös motivierten Straftaten bekannt sind. Passanten erstatteten Anzeige. Polizisten nahmen im Rahmen der Fahndung einen 22-jährigen Tatverdächtigen aus Syrien fest. Bei ihm stellten die Beamten eine schwarze Spraydose sicher.

Weitere Ermittlungen des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) Steiermark ergaben, dass es sich um den bereits polizeilich bekannten 22-jährigen Syrer handelt. Er trat in der Vergangenheit unter anderem wegen diversen Suchtmittel-Delikten und Widerständen gegen die Staatsgewalt in Erscheinung. Der Tatverdächtige zeigte sich bei seiner Einvernahme geständig, die Schriftzeichen aufgrund seiner religiösen Überzeugung angebracht zu haben.

Die entstandene Schadenshöhe steht bislang nicht fest. Neben dem Verdacht der mehrfachen schweren Sachbeschädigung sind weitere Ermittlungen wegen des möglichen Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Gange. Ermittler stellten beim Tatverdächtigen zwei neuwertige Mobiltelefone sicher, welche nun ausgewertet werden. Der Festgenommene wurde über Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert, wo in der Folge über die Verhängung einer Untersuchungshaft entschieden werden wird.

Innenminister Karl Nehammer gratulierte den steirischen Polizisten in einer ersten Reaktion zum Fahndungserfolg: “Der Kampf gegen Extremismus braucht die enge Zusammenarbeit zwischen Kriminalpolizei und Verfassungsschutz. Derartige Schwerpunktaktionen werden daher in den nächsten Wochen und Monaten in ganz Österreich stattfinden”, so Nehammer.

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