Steiermark

Gendarmenmord Emil Reiter

Hartberg-Fürstenfeld
Schauregg/Pinggau, Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. – Am 26. Mai 1921 wurde der damals 32-jährige Gendarm Emil Reiter bei einer nächtlichen Patrouille in den dunklen Wäldern der Mönichkirchner Schwaig am Wechsel in Ausübung seines Dienstes erschossen. Anlässlich des 100. Jahrestages gedachten Vertreter der steirischen Exekutive und der Gemeinde am Ort des Geschehens der menschlichen Tragödie.

In einem coronabedingt sehr kleinen Rahmen trafen knapp zehn Vertreter von Polizei und Gemeinde heute Mittwoch, 26. Mai 2021, am damaligen Tatort auf der Mönichkirchner Schwaig zusammen. Dabei war, neben Landespolizeidirektor Gerald Ortner und Bezirkspolizeikommandant Martin Spitzer, auch eine kleine Abordnung der Polizeiinspektion Friedberg unter Inspektionskommandant Harald Ehgartner vertreten. Seitens der örtlichen Gemeinde Pinggau wohnten Bürgermeister Leopold Bartsch sowie der Obmann des Ortsverschönerungsvereins Schauregg, Erwin Gremsl, der Gedenkfeier bei.

Letzterer sorgte 2017, gemeinsam mit Beamten der Polizeiinspektion Friedberg, für die Restaurierung des Gedenksteins in der Nähe des Studentenkreuzes auf 1.300 Meter Seehöhe. Gendarmeriebeamte hatten den Natur-Gedenk-Stein nur drei Monate nach dem Tod ihres Kollegen Emil Reiter errichtet und am 21. August 1921 enthüllt. Bis heute steht auf der schwarzen Tafel in goldener Schrift geschrieben:

“Rajonsinspektor Emil Reiter, Kommandant einer Gendarmeriepatrouille fand hier in treuer Pflichterfüllung am 26. Mai 1921 durch Mörderhand seinen Tod.”

Im Rahmen des heutigen Festaktes erläuterte Oberstleutnant Spitzer die Ereignisse jener tragischen Nacht, als Reiter und seine beiden Kollegen von Viehdieben heimtückisch aus nächster Nähe und bei totaler Finsternis beschossen wurden. Nach einer Kranzniederlegung betonte Landespolizeidirektor Ortner in einer Ansprache die persönliche Bedeutung der Gedenkfeier und sagte, dass Ereignisse wie diese niemals vergessen werden dürfen. Auch die Gefahren des Polizeidienstes führte der Landespolizeidirektor vor Augen.

“Einst wie heute versehen tagtäglich zahlreiche Polizistinnen und Polizisten ihren Dienst für die Sicherheit im Land. Sie machen das vorbildhaft, menschlich und oftmals auch aufopfernd. Jedenfalls stets mit dem Wissen, dass auch jeder noch so harmlos scheinende Einsatz das größte Opfer – ein Menschenleben – mit sich bringen kann”, so Ortner, der sich in seiner Ansprache auch bei allen steirischen Polizistinnen und Polzisten für ihren täglichen Einsatz bedankte.

Polizeiseelsorger Pfarrer Peter Weberhofer sorgte abschließend für die Segnung des Gedenksteins. Auf die musikalische Umrahmung des Festaktes durch die Polizeimusik Steiermark wurde coronabedingt verzichtet.

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